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Das Gebäude der altorientalischen Sternenweisheit wurzelt in der Vorstellung, daß der Kosmos eine Einheit darstellt, dessen verschiedene Ebenen durch geheimnisvollen Austausch miteinander in Beziehung stehen. Sinngleiche Anschauungen finden sich bei den Vertretern der Naturphilosophie des Mittelalters, wo der Einheitsaspekt des Seins mit dem Begriff
"Unus Mundus" umschrieben wird. Dieser Ausdruck meint im Rahmen der mittelalterlichen Weltsicht den potentiell im Geiste Gottes präexistenten Weltstrukturplan oder Vorentwurf des Kosmos, nach welchem Gott die aktuelle Schöpfung verwirklichte.
Die wissenschaftliche Forschung der Gegenwart führt zu einer Sicht der Wirklichkeit, die der Weltbetrachtung der mittelalterlichen Naturphilosophen und der sumerischen Priestergelehrten sehr nahe kommt. Der Atomphysiker, Fritjof Capra drückt das so aus: "Diese grundsätzliche Einheit des Universums ist auch eine der bedeutendsten Offenbarungen der modernen Physik…Wenn wir die verschiedenen Modelle der subatomaren Physik studieren, sehen wir, …
dass die Bestandteile der Materie … zueinander in Beziehung stehen und voneinander abhängen; dass sie nicht als isolierte Einheiten, sondern nur als integrierte Teile eines ganzen verstanden werden können".
(Fritjof Capra; "Das Tao der Physik"; Scherz Verlag, Bern, München, Wien
1984)
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Sternbildertierkreis
Zusammenfassend dürfen wir festhalten: astrologische Weltsicht entspringt dem aufmerksamen Schauen, der Wahrnehmung und der gewissenhaften Beurteilung von markanten Himmelsphänomenen, die die Rolle von Zeigern an der großen Weltenuhr irdischer Schicksale spielen. Seit je lassen sich in den verschiedenen Gesprächen der Menschen mit den Sternen zwei unterschiedliche Anschauungen nachweisen, die nicht immer deutlich voneinander abzugrenzen sind. Die eine zieht den Einfluß von Sonne, Mond und Sternen auf irdisches Geschehen in Betracht, geht also davon aus, dass die Sterne auf irdisches Geschehen einwirken. Die andere sieht in der "Schrift am Himmel" Symbole, die irdisches Geschehen andeuten und begleiten. Im Rahmen der letztgenannten Anschauung gilt die Zeit als ein stetig fließender Ereignisstrom, dessen zeitbedingte Eigenheiten an den verschiedenen im gleichen Zeitraum auf verschiedenen Ebenen stattfindenden Ereignissen in Erscheinung treten können. Das veränderliche Bild des Himmels vermittelt dem astrologisch Geschulten einen Einblick in die besondere Beschaffenheit des Beobachtungsaugenblickes und damit auch in die Eigenschaften der zu diesem Zeitpunkt stattfindenden Ereignisse hier auf Erden.
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