Astrologie
ein jahrtausendealtes Gespräch mit den Sternen

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Berechnung

Über die Jahrhunderte hinweg ertönt das Echo des erstaunten Ausrufs al-Birunis, 
als er vor Tausend Jahren entdeckte, daß die Inder Aspekte und Ereignisse 
aus den Sternen berechneten, ohne in der Lage zu sein,
ihm auch nur einen einzigen der Sterne zu zeigen,
nach denen er sich bei ihnen erkundigt hatte. 
Giorgio de Santillana 

Seit vielen Jahrhunderten und bis zum heutigen Tag verwenden nahezu alle Astrologen im abendländischen Kulturraum die tabellarischen Aufzeichnungen über die Positionen der Sonne, des Mondes und der Wandelsterne, die in einschlägigen Büchern und Nachschlagewerken zu finden sind. Die gängigen astronomischen Ephemeriden berechnen die Positionen der Sonne, des Mondes und der Planeten in Bezug auf fiktive Sternzeichen, die längst nicht mehr mit den Sternbildern, deren Namen sie tragen, übereinstimmen. In diesen Tabellen werden die Tierkreisbilder überhaupt nicht erwähnt. Mit anderen Worten die abendländischen Astrologen legen keinen Wert darauf, das von den Schöpfern der Astrologie eingeführte Zwiegespräch mit den Sternen und den Sternfiguren des Tierkreises weiter zu entwickeln. Ursprünglich hatten die Astrologen ein großes Arbeitsfeld zur Verfügung. Auf der großen Himmelsbühne agierten die Schauspieler --- Sonne, Mond und Planeten --- vor den Kulissen der Tierkreissternbilder. 

Diese Sternbilder bezeichneten den Ort und das Umfeld der Handlung. Das Arbeitsfeld der modernen westlichen Astrologen ist sehr viel kleiner geworden, die Kulissen sind verschwunden, die Show spielt sich ausschließlich innerhalb unseres Sonnensystems ab: das "Gespräch mit den Sternen" ist auf die Auseinandersetzung mit dem einzigen Stern beschränkt, den es in unserem Planetensystem gibt --- nämlich die Sonne. 


 
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